Vesuv
40° 49,3' N, 014° 25,5' E

Aktiver Vulkan über der Subduktionszone zwischen afrikanischer und eurasischer Kontinentalplatte, Teil des Vulkangürtels der Romana, der sich vom Monte Amiata bei Siena bis zum Monte Vulture bei Potenza erstreckt; am Fuß ca. 80 km Umfang, der Somma-Komplex besteht aus zwei konzentrischen Kegeln, von denen der äußere kaum noch vorhanden ist.
79 n. Chr. stürzt die Spitze des ursprünglichen Somma zu einer Caldera, Durchmesser etwa 4 km, ein. Sie ist fast vollständig mit den Produkten nachfolgender Ausbrüche gefüllt. Der nordöstliche Teil des Kraterrandes (Monte Somma) ist als sichelförmiger Wall sichtbar, 1132 hoch und überragt den Boden des Einsturzbeckens um 200 m. In der Caldera als Tochtervulkan der eigentliche Vesuv-Kegel (Gran Cono = Großkegel) mit 1281 m Höhe.
Der Ausbruch zerstört Pompeji, Herculaneum und weitere kleinere Ortschaften, etwa 35 km vom Vulkan beträgt die Dicke der Ascheschicht 50 cm, in unmittelbarer Umgebung des Vesuv mehrere Meter.
Im Dezember 1631 erwacht Vesuv wieder mit explosiven Ausstößen von Lava und Aschewolken, der Gipfel wird weggesprengt. Ein Schlammstrom fließt zum Meer, Lavaströme treten aus Rissen an den Bergflanken, Asche von 30 cm bedeckt Neapel. Der vulkanische Staub wird noch in Istanbul registriert, 4.000 Menschen und 6.000 Haustiere sterben.
Im Frühjahr 1944 bricht der Vulkan zum vorerst letzten Mal aus. Massa di Somma und San Sebastiano werden zum wiederholten Male nahezu vollständig unter Lavamassen begraben. Auf dem Militärflugplatz Pompeii Airfield zerstören die Tephrafälle etwa 80 B-25-Bomber der US Air Forces, der größte Verlust an Maschinen, den die USA im 2. WK erleiden.
Seit 1944 ist der Vesuv ruhig, aber nicht erloschen und gefährlich. Im 200 km² großen Gebiet der höchsten Gefährdungsstufe leben 600.000 Einw., Prämien in Höhe von 30.000 €/Familie für den Wegzug sind ohne Erfolg, im Gegenteil: illegal 50.000 Häuser neu gebaut.